MASSADA: Wo Brancusi auf japanische Präzision trifft

Länder, Kulturen, Produktionsgebiete und kuratierte Perspektiven sind Teil der Sprache geworden. Das führte uns zu einem Namen zurück, den wir fast vergessen hatten: MASSADA.

Nicht weil MASSADA plötzlich aufgetaucht ist. Ganz im Gegenteil. Denn manche Marken werden lauter, andere werden tiefer.

MASSADA bewegt sich in einem Bereich, in dem Einfachheit aufhört, Minimalismus zu sein, und beginnt, intellektuelles Design zu werden. MASSADA ist authentischer denn je in dieser Ära des stillen Luxus. Es war seiner Zeit voraus, angetrieben von dem intellektuellen und künstlerischen Geist, der dahinter steht.

Die unabhängige Familienmarke arbeitet mit einer für Brillen ungewöhnlichen Philosophie: Fassungen als Kunstgegenstand, zwischen Mathematik, Architektur, Bildhauerei und industrieller Präzision. Die Marke beschreibt sich selbst als eine Verschmelzung von Kunst und Wissenschaft und nicht als Modelabel. 

Während die meisten Brillenmarken den Trends hinterherlaufen, scheint MASSADA von der Struktur besessen zu sein.

Seine Bildsprache ist fast architektonisch. Geometrische Formen wirken eher kalkuliert als dekorativ, skulptural, ohne übertrieben zu sein. Das Ergebnis sind Brillen, die zu einer seltenen Kategorie gehören: Stücke, die emotional ausdrucksstark sind und gleichzeitig klinisch präzise bleiben.

Und vielleicht ist deshalb die Verbindung zum rumänischen Bildhauer Constantin Brancusi fast unvermeidlich.

Brancusi verbrachte Jahrzehnte damit, Überflüssiges zu entfernen, und suchte die Reinheit der Form eher durch Reduktion als durch Addition. MASSADA scheint mit einer ähnlichen Disziplin an Brillen heranzugehen. Ihr Gestell “Pogany” zum Beispiel wurde direkt von Brancusis Mademoiselle Pogany, die abstrakte Augengeometrie in eine tragbare Form übersetzt.  

Doch Brancusi ist nur ein Punkt in einer größeren Konstellation.

MASSADA greift auf Referenzen aus der Architektur, der Bildhauerei, der Mathematik, dem Kino und der modernen Kunst zurück, um ein ästhetisches Vokabular zu schaffen, das sich über verschiedene Territorien erstreckt. Schweden. Schweiz. Italien. Japan. Rumänien. Mehrere Kulturen, die in ein und dasselbe Objekt eindringen, ohne sich zu fragmentieren.  

MASSADA hat sich in den Jahren 2018-2019 in unser Gedächtnis eingeprägt, als wir zum ersten Mal ihre Kampagne mit der wilden Natur sahen. Lange bevor ähnliche visuelle Narrative und Symbole bei Mainstream-Mode- und Brillenmarken auftauchten. Damals hatte es etwas Ungewöhnliches an sich.

Und dann ist da noch Japan.

Denn während die Ideen durch die Kontinente reisen, ist die Ausführung bemerkenswert präzise.

Die Rahmen werden von Kunsthandwerkern in der japanischen Region Sabae und in ausgewählten italienischen Werkstätten in Handarbeit gefertigt. Dabei werden Titantechnik, japanisches Azetat und handgefertigte Prozesse kombiniert, die Monate der Entwicklung in Anspruch nehmen können, bevor ein Stück in Produktion geht. Neue Modelle erfordern oft lange Prototyping-Zyklen, bei denen die Geschwindigkeit absichtlich aus dem Spiel gelassen wird.  

Wenn heute in der Brillenbranche oft von Handwerkskunst als Marketingsprache gesprochen wird, so ist das bei MASSADA fast eine Philosophie.

Die Ironie dabei ist, dass sich nichts an der Marke laut anfühlt.

Keine übergroßen Logos. Kein aggressives Storytelling. Keine Trendjagd.

Hinter den klaren Linien verbirgt sich eine enorme Komplexität.

Vielleicht ist es das, was MASSADA gerade jetzt relevant macht.

Denn in einer Branche, die zunehmend auf Sichtbarkeit bedacht ist, hat es etwas Erfrischendes, wenn eine Marke Substanz dem Spektakel vorzieht.

Und vielleicht gehört die Zukunft der Luxusbrillen nicht den Marken, die gesehen werden wollen.

Vielleicht gehört sie zu den Marken, die die Menschen zweimal hinschauen lassen. 

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