Lassen Sie nicht länger zu, dass Marken Ihr Geschäft gestalten. Gestalten Sie Ihre eigene Farbwand.

Einer der größten Fehler, den Optikergeschäfte begehen, ist nicht die Wahl der falschen Marken, sondern die Wahl der falschen Farben aus den falschen Marken.

Wenn man heute viele Optikergeschäfte betritt, fällt einem bei den farbigen Brillenfassungen immer wieder dasselbe Muster auf. Viele Marken gehen mit Farben noch genauso um wie vor zehn oder zwanzig Jahren. Ihre auffälligen Kollektionen wirken oft eher theatralisch als raffiniert, während sich viele der Marken, die den heutigen Markt für Luxusbrillen prägen, bewusst auf zeitlose Farbtöne konzentrieren.

Unauffällige Farben lassen sich zwar leichter verkaufen, doch um ein unvergessliches Geschäft zu schaffen, braucht es weit mehr, als nur auf Nummer sicher zu gehen.

In diesem Artikel von Curated Optics zeigen wir Ihnen, wie Sie mit Brillenfassungen führender Marken Farbakzente setzen können, ohne dabei auf allzu auffällige Brillenmarken zurückgreifen zu müssen.

Bei einem kürzlichen Gespräch mit einem unserer kanadischen Partner und Kreativdirektor im Einzelhandel wurde uns klar, dass nur sehr wenige Optiker wirklich wissen, wie man eine zeitlose Wand mit farbenfrohen Brillen gestaltet. Stattdessen kaufen viele weiterhin veraltete Farbkombinationen ein, einfach nur, weil sie von den Lieferanten so angeboten werden.

Das Problem ist ganz einfach: Du lässt zu, dass Marken dein Sortiment zusammenstellen.

Es sollte eigentlich umgekehrt sein.

Ein guter Optiker agiert wie ein Kurator. Anstatt einem einzigen Anbieter zu erlauben, eine ganze farbenfrohe Auslage zu dominieren, wählt er die schönsten Farben aus fünf oder sechs verschiedenen, unabhängigen Marken aus. Er wählt aus jeder Kollektion nur außergewöhnliche Brillenfassungen aus und entwickelt so seine eigene Bildsprache.

Gestalten Sie Ihre Präsentation nach harmonischen Farbfamilien: Kristall, Champagner, Oliv, Waldgrün, Kobaltblau, Marineblau, Burgunderrot, Pflaume, Bernstein, durchscheinendes Grau und tiefes Schwarz. Das Ergebnis wirkt durchdacht, elegant und für Wettbewerber unmöglich nachzuahmen.

Ihre Kunden sollten die Vermarktungsstrategie eines Lieferanten nicht erkennen können.

Sie sollten deinen Geschmack erkennen.

Farbe ist eines der wenigen Elemente, die in einem Optikergeschäft sofort eine unverwechselbare Identität schaffen. Wenn sie sorgfältig ausgewählt wird, verwandelt sie eine Auslage in einen Anziehungspunkt.

Denken Sie saisonal.

Im Frühling und Sommer liegen durchscheinende Acetat-Modelle, hellere Blautöne, Champagnerfarben, sanfte Grüntöne und verspielte Sonnenbrillen ganz natürlich im Trend. Im Herbst und Winter passen kräftigere Brauntöne, tiefe Burgundertöne, dunklere transparente Modelle, Olivgrün und elegante Juwelenfarben wunderbar dazu. Durch kleine saisonale Sortimentswechsel wirkt Ihr Geschäft stets frisch, ohne dass Sie den Lagerbestand ständig austauschen müssen.

Behalten Sie Ihren lokalen Markt im Blick, lassen Sie sich aber nicht davon einschränken.

Modebewusste Städte nehmen kräftige Farben vielleicht sofort an, während konservativere Märkte möglicherweise besser auf edle, transparente Acetat-Modelle und erdige Farbtöne ansprechen. Ihre Aufgabe besteht nicht nur darin, die bestehende Nachfrage zu befriedigen, sondern auch darin, Ihre Kunden aufzuklären und ihren Geschmack schrittweise zu prägen.

Die Präsentation ist genauso wichtig wie die Auswahl.

Wenn Sie die Brillenfassungen nach Farbe statt nach Marke gruppieren, verändert sich die Art und Weise, wie Kunden Ihre Kollektion entdecken. Eine Präsentation, die nahtlos von Kristall über Champagner, Oliv, Blau, Burgunderrot bis hin zu Schwarz übergeht, wirkt ausgewogen, hochwertig und optisch ansprechend.

Lassen Sie sich Ihre Farbstrategie schließlich nicht von Vertriebsmitarbeitern vorschreiben.

Bauen Sie, wann immer möglich, direkte Beziehungen zu den Marken auf. Heutzutage ist es für viele unabhängige Marken einfacher denn je, direkt zu bestellen, schnell Nachbestellungen aufzugeben und sogar Ware zurückzusenden. Ihr Ziel ist es nicht, alles zu kaufen, was ein Lieferant verkaufen möchte, sondern nur die Artikel auszuwählen, die Ihre Identität stärken.

Denken Sie daran: Vertriebsmitarbeiter haben von Natur aus ein Interesse daran, Lagerbestände abzubauen. Ein Kurator hingegen hat ein Interesse daran, eine Kultur aufzubauen.

Jede Marke möchte mehr Platz in Ihren Regalen.

Deine Verantwortung sieht anders aus.

Schaffen Sie ein Geschäft, das den Kunden nicht wegen der Auslage eines einzelnen Lieferanten in Erinnerung bleibt, sondern wegen Ihrer Vision, Ihres Geschmacks und Ihrer Fähigkeit, etwas zusammenzustellen, das sie nirgendwo sonst erleben können.

Denken Sie bei der Erstellung Ihrer Einkaufsliste für die diesjährige SILMO daran, was Ihr Schaufenster tatsächlich benötigt: acht blaue Brillenfassungen, acht grüne Brillenfassungen, sieben gelbe Brillenfassungen und zwölf burgunderrote Brillenfassungen.

Halten Sie dann in den Kollektionen der Marken, bei denen Sie ohnehin schon einkaufen, Ausschau nach diesen Farben. So gestalten Sie eine durchdachte, stimmige Brillenwand.

Die besten Optikergeschäfte verkaufen nicht einfach nur Brillen.

Sie gestalten Farbe, Ästhetik und Identität.

Und genau daran erinnern sich die Kunden noch lange, nachdem sie gegangen sind.

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